Die Freiheit, ein Pionier zu sein


Kinahans Irish Whiskeys werden in Holzfässern hergestellt, in denen sich alle komplexen Aromen entwickeln und vervollständigen. Laut Gesetz muss die neu hergestellte Spirituose mindestens drei Jahre lang in Holzfässern reifen, um als irischer Whiskey zu gelten.

Wir beweisen Pioniergeist und räumen mit der Herstellung von Kinahans Whiskey mit so manch einem Vorurteil auf. Wir sind z. B. der Überzeugung, dass ein älterer Whiskey nicht unbedingt immer ein besserer Whiskey ist, und dass das Alter nicht automatisch die Reife des Geschmacks beeinflusst. Viel wichtiger ist es, die Auswirkung von Holz zu verstehen: Wie wurde es behandelt, wie wird es beim Holzkontakt auf die Spirituose einwirken, und wie wird sich diese Beeinflussung im Laufe der Zeit verändern, sei es über 3 oder 25 Jahre hinweg? Uns geht es um die richtige Kombination aus diesen Faktoren, denn sie führt zu einem geschmackvollen, gut ausbalancierten Whiskey.

Seit der Gründung 1779 hat sich Kinahan‘s als Pionier einen Namen gemacht, wenn es um die Auswahl und Verwendung von Holz geht. Unser Hauptaugenmerk liegt auf dieser experimentellen Vorgehensweise, die wiederum der Grund schlechthin ist, warum Kinahan‘s seit Generationen für großartigen sowie einzigartigen Whiskeygenuss steht.


Das Fass


Alle unsere Whiskeys werden in Holzfässern hergestellt, die aus vielen verschiedenen Quellen stammen und unterschiedliche Größen haben. Oft hatten die Holzfässer in der Vergangenheit ein Leben in verschiedenen Branchen, wie z. B. amerikanischer Bourbon, französischer Wein oder spanischer Sherry, aber wir verwenden auch eine große Anzahl von maßgeschneiderten Fässern, die für unsere speziellen Bedürfnisse gebaut wurden.

Unsere Whiskyfässer bestehen aus Holzdauben (ein Standardfass mit 200 Litern Fassungsvermögen hat zwischen 30 und 34 Dauben), den Metallbügeln, die sie zusammenhalten, und den Fassböden. Hinzu kommt das Spundloch, durch das die Fässer befüllt und entleert werden.

Es sind die Fässer, die dem Kinahans-Whiskey viele der Verbindungen verleihen, die für seine einzigartigen Aromen und seine reiche Farbe sorgen. Unsere verschiedenen Hölzer und Zubereitungsmethoden können dem Whiskey unterschiedliche Eigenschaften verleihen.


Das Phänomen Reifelagerung


Das Holz hat die Aufgabe, fünf verschiedene Stoffe an den Whiskey weiterzugeben die sich auf sein Aroma und seinen Geschmack auswirken.

  1. Cellulose – Sie trägt nicht viel zum Geschmack bei, hilft aber, das Holz zusammenzuhalten.
  2. Hemicellulose – Es handelt sich hierbei um eine bestimmte Art von Zucker, die sich während der Reifelagerung in Substanzen zersetzt, die dem Whiskey nicht nur seine Farbe verleihen, sondern auch Aromen wie Karamell, Butter und Mandeln an das Destillat weitergeben.
  3. Lignin – Es ist in allen Harthölzern enthalten und liefert bei seiner Zersetzung gewisse süße sowie würzige Aromen, vor allem Vanille (dank chemischem Vanillin).
  4. Tannine – Sorgen für reichere, tiefgründige und komplexere Aromen sowie einen fruchtigen Beigeschmack. Oft sind die Tannine nach einer längeren Lagerung deutlicher ausgeprägt, da sie im Laufe der Zeit mit Sauerstoff reagieren.
  5. Lactone – Die wichtigsten Lactone sind die sogenannten “Whiskey-Lactone” (3-Methyloctano-4-lacton bzw. 5-Butyl-4-methyl-4,5-dihydrofuran-2(3H)-on) mit Kettenlängen zwischen 8 und 12 Kohlenstoffatomen, die für Beiklänge von Kokosnuss und Gewürzen sorgen.

Verschiedene Holzarten geben unterschiedliche Mengen dieser Stoffe an die Spirituose weiter. So besitzt beispielsweise französische Eiche (Quercus robur) einen höheren Anteil an Tanninen als andere Eichenarten, was zu einem Beiklang von Apfel führen kann. Amerikanische Eiche (Quercus alba) enthält hingegen mehr Vanillin und Lactone.

Whiskeyfässer werden getoastet oder ausgebrannt, wobei man das Holz unterschiedlich hohen Temperaturen aussetzt. Dies wirkt sich auf das Vorkommen diverser, einzigartiger Aromen sowie auf die Farbe des Whiskeys aus. Ein weniger stark ausgekohltes/getoastetes Fass führt meist zu leichteren und süßeren Aromen, während ein stärker ausgebranntes Fass dem Whiskey Beiklänge von Nuss, Karamell und Bitterkeit verleihen kann.

  • Grad 1: 15 Sekunden
  • Grad 2: 30 Sekunden
  • Grad 3: 45 Sekunden
  • Grad 4: 55 Sekunden (auch “Alligator-Auskohlen” genannt wegen der Textur)

Traditionelle Fässer


Nicht vergessen: 99 % der rund um die Welt produzierten Whiskeys entstehen in den sogenannten “traditionellen” Fässern. Dabei handelt es sich um ehemalige Bourbonfässer aus amerikanischer Weißeiche, die in der Regel in großen Mengen von den bekannten Bourbon-Herstellern bezogen werden.

Zwar gibt es bei den traditionellen Fässern Qualitätsunterschiede, aber alles in allem gleichen sie sich und resultieren in Bezug auf die Lagerung von Whiskey in Wettbewerbsgleichheit. Solche traditionellen Verfahren sind weitverbreitet und haben auf Dauer dazu geführt, dass die Faustregel „je älter/länger gelagert, desto besser“ als geltend angesehen wird. Immerhin üben der prinzipielle Aufbau der amerikanischen Eiche sowie die vorherige Nutzung durch Bourbon-Hersteller einen ähnlichen Einfluss auf die Reifelagerung aus. Für Unterschiede in Qualität und Charakter der Whiskeys sorgen vor allem das Alter und der Standort der Reifelagerung, weniger die Fassart.


Finishing Cask


Das sogenannte Finishing (bei den Produkten auch mit Begriffen wie “double matured” oder “wood-finished” gekennzeichnet) ist ein Verfahren, das manche Whiskeys veredelt. Hierbei reift der Whiskey erst in einer bestimmten Fassart und darf anschließend nach einem Umfüllen in einer anderen Fassart nachlagern, wobei diese Veredelung nur wenige Monate oder mehrere Jahre dauern kann. Normalerweise handelt es sich bei dem ersten Fasstyp um ein „traditionelles Fass“, also ein zuvor mit Bourbon befülltes Weißeichenfass aus Amerika. Der zweite Fasstyp kann z. B. zuvor mit aufgespritetem Wein wie Sherry, Portwein oder Madeira oder mit Wein wie Burgunder (Rotwein) oder Chardonnay (Weißwein) befüllt gewesen sein. Einer der bekanntesten Whiskeys, die mit einem Finishing versehen wurden, ist der Kinahan‘s Merlot, der in sehr aussagekräftigen Merlot-Weinfässern nachreifen durfte.


Hybride Fässer


Ein hybrides Fass kann Dauben von unterschiedlichen Fass- und sogar Holzarten in sich vereinen, um einen noch besonderen und intensiveren Einfluss auf das Aroma der Spirituose auszuüben. Diese Vorgehensweise ist ausgesprochen selten, da sie mit einem hohen Kosten- und Arbeitsaufwand verbunden ist. 2019 launchte Kinahan‘s das „Kasc Project“ (Fassprojekt) und verließ sich hierfür auf hybride Fässer, deren Dauben von fünf unterschiedlichen Holzarten stammten:

  1. Amerikanische Eiche (Quercus alba)
  2. Französische Eiche (Quercus petreae)
  3. Ungarische Eiche (Quercus robur)
  4. Kastanie (Castanea sativa)
  5. Portugiesische Eiche (Quercus pyrenaica)

Es kommt wirklich nur äußerst selten vor, dass die weniger üblichen dieser Holzarten überhaupt für die Lagerung von Whiskey verwendet werden – und das schon gar nicht gemeinsam in einem maßgeschneiderten Fass. Das Ergebnis des Experiments ist ein junger, gewagter und unkonventioneller Whiskey.

Jede Holzart des Fasses wirkt sich auf ganz spezielle Weise auf das Destillat aus und verleiht dem am Ende abgefüllten Whiskey spezifische Farbstoffe sowie Aromen. Wir haben die Holzarten daher nach ganz bestimmten, beeinflussenden Kriterien ausgesucht und zusammengefügt.


Multikasking


Multicask ist die Kombination sorgfältig ausgewählter, ungewöhnlicher Einzelfässer, die von einem Master Blender zusammengemischt werden. Durch die Kombination der besten und seltensten Fässer haben wir ein multidimensionales Geschmacksprofil geschaffen, bei dem jede Komponente die anderen ergänzt.

Jeder der Malts ist vor dem Mischen einzeln in seinem Fass gereift. Später werden alle vier Fässer vor der Abfüllung in einem einzigen Bottich nach dem Rezept des Master Blenders zusammengeführt.

  1. Madeira Einzelfass
  2. Merlot Einzelfass
  3. Tawney Portwein Einzelfass
  4. Chestnut Einzelfass

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